Loben kann auch schädlich sein!

Kinder zu loben ist immer etwas Gutes und hilft, ihr Selbstbewusstsein zu stärken – so könnte man denken. Richtiges Loben will aber gelernt sein, damit es sich nicht schädlich auswirkt.

Forschung zum Thema Loben zeigt aber, dass es so einfach nicht ist. Lob ist nämlich nicht gleich Lob. Stellen Sie sich vor, ein Kind hat ein schönesBild gemalt und Sie wollen es loben. Sie könnten sagen: „Wow, ist das schön! Du bist eine richtig begabte Künstlerin!“ Oder Sie sagen: „Wow, ist das schön! Das hast du richtig toll gemalt!“. Auf den ersten Blick nehmen sich die beiden Aussagen vielleicht nicht viel, aber ein zentraler Unterschied besteht dennoch. Das Kind wird entweder für seine Person (in diesem Fall seine Talente) gelobt. Oder es wird im Gegensatz dafür gelobt, was es getan hat.

Wird ein Kind für seine Person gelobt, so verknüpft es das Lob nicht mit seinen Bemühungen, sondern vielmehr damit, wie es ist oder wie es sein sollte. Das kann sogar soweit führen, dass Kinder anfangen zu schummeln. Das konnten Forscher in einem Experiment zeigen, in dem Kinder entweder für ihre Intelligenz oder für ihre Leistung gelobt wurden*. Die Kinder, die für ihre Intelligenz gelobt wurden, schummelten in einem weiteren Test mehr als die, denen gesagt wurde, sie machten ihre Sache gut. Wenn beide Gruppen das Lob auch wirklich verdienen wollen, dann ist es für die eine – die „intelligente“ Gruppe – zentraler, weiter gute Ergebnisse zu erzielen. Für die anderen hingegen ist die Anstrengung wichtiger, die tatsächliche Leistung, die nicht durch Tricks erzielt wurde.

Kinder profitieren also weniger vom Lob ihrer Person selbst, während das Lob einer Leistung motiviert. Bei der nächsten guten Klassenarbeit heißt es also besser „Prima, dass du vorher so gut gelernt hast!“ und eher nicht „Du bist so ein kluges Kind!“.

*Zhao, L., Heyman, G. D., Chen, L. und  Lee, K. (2017). Praising young children for being smart promotes cheating. Psychological Science, 28 (12), 1868-1870.https://doi.org/10.1177/0956797617721529

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