Konflikte in der Familie in Zeiten von Corona

Der vergangene Monat stellte für so manche Familien eine Belastungsprobe dar. Die Kinder waren wegen fehlendem Input frustriert, die Eltern genervt, überarbeitet und überfordert. So entstanden in so manchem Haushalt Konflikte, die es unter normalen Umständen nicht geben würde, da es momentan einfach keinen Raum zum Ausweichen gibt. Nun ist es bald geschafft; das wann und wie des Schulstarts ist noch nicht vollends geklärt, doch die Nachricht, dass Schulen wieder öffnen werden ist für viele Eltern und Kinder Grund zum Aufatmen. Für die letzten Wochen auf zu engem Raum haben wir einige Tipps und Tricks gesammelt, die Ihnen helfen werden familiäre Konflikte zu überstehen, ohne aus der Haut zu fahren.  
  1. Wenn Sie Wut und Ärger über das Verhalten Ihrer Kinder empfinden, dann nehmen Sie sich einen Augenblick zurück. Zählen Sie im Kopf bis 30 und setzten Sie sich.
  2. Im Falle von Babys oder kleinen Kindern kann es helfen sich selber gut zuzureden. Vergegenwärtigen Sie sich, dass es normal ist, dass Kinder schreien und erinnern Sie sich, dass Kinder erwachsen werden und die Ausnahmesituation bald vorbei ist.
  3. Wenn Sie Ruhe benötigen, verlassen Sie den Raum. Geben Sie sich die Möglichkeit Ihre Gefühle herauszulassen. Grimassenschneiden, Schattenboxen und Fluchen (so das es niemand hört versteht sich) sind Möglichkeiten Aggressionen abzubauen.
  4. Man kann intensive Gefühlszustände auch mithilfe von starken Sinnesreizungen reduzieren. Wie Sie diese erreichen bleibt Ihnen überlassen. Sie können beispielsweise eine Brausetablette in den Mund nehmen oder aber sich ins Auto setzen und das Radio aufdrehen.
  5. Wenn die negativen Emotionen an Intensität verloren haben (e.g. Ihre Stimme und Gestik ruhig und beherrscht ist) sprechen Sie die Verhaltensweisen an, die bei Ihnen Wut und Ärger verursacht haben.
  6. Versuchen Sie zu vermitteln, was die problematischen Verhaltensweisen bei Ihnen ausgelöst haben. Sie können auf Formulierungen wie „Ich habe gedacht….“, „ich habe mich gefühlt…“ zurückgreifen.
  7. Sorgen Sie anschließend dafür, dass man sich gemeinsam ablenken kann. Mit kleineren Kindern kann man etwa versuchen, alle blauen Gegenstände im Raum zu benennen. Mit Älteren kann man eine schnelle Runde Stadt, Land, Fluss spielen oder vorschlagen sich gegenseitig zu malen. Auch hier ist grenzenloser Raum für kreative Ideen.
  8. Am wichtigsten ist, dass Sie sich klarmachen, dass es für niemanden leicht ist, dass jedes Familienmitglied von der Ausnahmesituation betroffen ist, und dass wir einander mit Geduld und Nachsicht unterstützen können.

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