Jugendliche und Drogen. Wie verhält man sich und was ist zu beachten?

Während Alkoholmissbrauch unter Kindern und Jugendlichen erfreulicherweise im Laufe der letzten Jahre stetig abnimmt besagen Statistiken, dass Drogenkonsum unter Jugendlichen an Popularität gewonnen hat. So haben knapp 20% aller 14 Jährigen in Deutschland bereits Cannabis konsumiert, während 10% der befragten Schüler der Klassen 9 und 10 angaben, härtere Drogen ausprobiert zu haben. Umfragen zeigen weiter, dass der Konsum von Drogen, im Besonderen Cannabis, unter vielen Jugendlichen als keine große Sache abgetan wird. Die Forschung meldet Bedenken an.

Früher und regelmäßiger Kontakt zu Drogen kann der aktuellen Studienlage nach in der sensiblen Entwicklungsphase der Jugend zu Anomalitäten in der neuronalen Entwicklung führen und somit langanhaltende Schäden verursachen. Des Weiteren besteht auch bei „leichten“ Drogen, wie Cannabis, und unregelmäßigem Konsum die Gefahr, dass der Wirkstoff als auslösendes Moment einer genetisch veranlagten Psychose agiert. Drogenrausch und Kater können außerdem Jugendliche zu gefährlichem Verhalten verleiten (e.g. Straßenverkehr) und schulische Leistungen schmälern. Die Risiken welches der Konsum birgt, werden von Jugendlichen oft nicht berücksichtigt oder ernstgenommen. Eltern und Erzieher sollten also versuchen Kinder und Jugendliche über Gefahren und Langzeitfolgen von Drogenkonsum aufzuklären. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt nämlich deutlich, dass es mit einer schlichten Aufforderung sich von Drogen fernzuhalten oft nicht getan ist.

Zuallererst muss jedoch gesagt werden, dass es keine Gebrauchsanweisung für den Fall: „Mein Kind konsumiert Drogen!“ gibt. Menschen sind verschieden, haben unterschiedliche Motive für ihren Drogenkonsum und dementsprechend müssen Eltern differenziert auf das jeweilige Verhalten des Betroffenen Kindes eingehen.

Drogenkonsum beeinflusst die Stimmung, Rede, Gestik, Mimik, Schlafrhythmus, etc… Sie sollten also ein Auge auf Ihr Kind haben und z.B. beim Abendbrottisch Beobachtungen anstellen. Wenn Sie einen Verdacht hegen, dann sollten Sie mit ihren Kindern über deren Leben reden, was wichtig ist, wo und mit wem sie gerne Zeit verbringen und welchen Aktivitäten sie nachgehen. Direkte Gespräche über Drogenkonsum können im Anschluss möglich sein, wenn die Ehrlichkeit der Jugendlichen nicht mit Strafen und Verboten belohnt wird. Natürlich reagieren viele Jugendliche verschlossen auf Nachfragen. Geben Sie sich also größte Mühe eine akzeptierende und angenehme Atmosphäre zu schaffen, wenn Sie ein solches Gespräch führen.

Da verschiedene Drogen mit unterschiedlichen Risiken verbunden sind und regelmäßiger Konsum nicht das Gleiche ist wie „experimentieren“, ist es wichtig, das genaue Gefahrenpotential zu erfassen. Es hilft ungemein, sich mit der Materie vertraut zu machen um Ihrem Kind differenzierte Informationen über den Missbrauch der genauen Substanz geben zu können. Sollten Sie Verwandte haben, die unter Schizophrenie oder anderen psychischen Erkrankungen leiden, dann ist es wichtig ihre Kinder über die Wechselwirkung von genetischer Prädisposition und Drogenkonsum aufzuklären. Der regelmäßige Konsum von „harten“ Drogen, wie Heroin Kokain führt schnell zu einer Abhängigkeit und hier ist eine besondere Vorsicht geboten.

Sie sollten bedenken, dass Jugendliche nicht grundlos Drogen konsumieren. Es ist wichtig herauszufinden, was die Motivation ist, denn hier kann man ansetzen und gemeinsam mit den Betroffenen alternative Lösungsansätze erschließen. Wenn Cannabis oder andere Drogen beispielsweise eingenommen werden um Traumata, Angst oder negative Stimmungslagen zu bewältigen, wäre eine therapeutische Behandlung zu empfehlen. Gründe wie Zugehörigkeitsgefühl oder Gruppenzwang haben oft etwas mit Selbstsicherheit zu tun. Wieder andere Gründe wie Stressbewältigung oder schlicht Neugierde legen nahe, dass das Kind sich über-/bzw. unterfordert fühlt. Sie könnten gemeinsam Informationen über alternative Stressbewältigungsstrategien sammeln oder über Hobbywünsche sprechen.

Da auch leichte Drogen unter Umständen eine große Gefahr für Körper und Seele darstellen und harte Drogen wie Heroin oder Kokain ein immenses Suchtpotential bieten, sollten Sie in Fällen einer hohen Gefahrenlage (z.B. Drogenabhängigkeit oder das Auftreten einer Drogeninduzierte Psychose) einen Klinikaufenthalt in Erwägung ziehen.

Falls Sie eine solche Thematik daheim erleben und Hilfe im Umgang mit Ihrem Kind benötigen, dann rufen Sie uns an.

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