Das Virus und die Angst

In Deutschland leidet der Großteil der Bevölkerung noch nicht an den Symptomen der COVID-19 Lungenerkrankung. Den Allermeisten geht es so weit so gut. Die unsichere Lage und die sich täglich verschärfenden Sicherheitsmaßnahmen schüren bei vielen jedoch psychische Symptome: dysfunktionale, lähmende Angst.
Verstehen Sie mich nicht falsch, es gibt Grund zur Sorge und Anlass zur Vorsicht und ein Gefühl der Angst muss, besonders bei Gefährdeten, nicht unverhältnismäßig sein. Angst sorgt dafür, dass wir dieser Tage nicht zu unseren Großeltern in die Altenheime fahren, keine Konzerte besuchen und im Großen und Ganzen, Verhaltensweisen adaptieren, die der Verbreitung des Virus entgegenwirken.

In der Psychologie definieren wir eine dysfunktionale Angst als eine intensive, anhaltende Angstreaktion vor Situationen, Gegenständen oder Personen, die nicht dem tatsächlichen Risiko entspricht, welches vom Objekt der Angst ausgeht. Eine dysfunktionale Angst äußert sich dann in problematischem Verhalten. Wir können so etwas beobachten, wenn wir uns die leer gekauften Regale anschauen, den Menschen zuhören, die vom Zusammenbruch des Systems reden. Diese Verhaltensweisen tragen nichts zur Bewältigung der Krise bei und schüren nur noch mehr Panik. Hinter diesen offensichtlichen negativen Folgen einer dysfunktionalen Angst vor dem Untergang liegt jedoch noch eine zweite, persönliche Dimension.

Menschen, die an einer dysfunktionalen Angst leiden, beschäftigen sich sehr intensiv mit dem Objekt der Angst, in diesem Fall das Virus, und alle vermeintlichen Folgen. Der Angst entwächst eine hartnäckige Gewohnheit des exzessiven Sorgens und Grübelns, die in ihrer Qualität unverhältnismäßig sind. Andauerndes Sorgen geht nicht spurlos an einem vorbei; es drückt die Stimmung, verursacht Stress und schränkt so das Wohlbefinden in einer ohnehin schon schwierigen Zeit weiter ein. Manche Menschen können einen regelrächten Keimwahn entwickeln, der sich im zwanghaften Putzen und Desinfizieren äußert.

All das Sorgen bringt uns nicht voran. Vieles liegt momentan außerhalb unserer Kontrolle, das müssen wir akzeptieren. Wir können solidarisch sein und den Empfehlungen des Robert Koch Instituts Folge leisten und uns in dieser Krisensituation auf die schönen Dinge des Lebens konzentrieren!

Wenn Sie bei sich oder anderen Anzeichen einer unverhältnismäßigen Angst feststellen, bieten wir Ihnen Online– und Telefonberatung an. Buchen Sie über unsere Website einen Termin oder rufen Sie an, um mehr zu erfahren.

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