Depression: Eine Frauensache?

Depressionen gehören heutzutage zu einer der häufigsten psychischen Störungen und stellen nicht selten einen Grund für die frühzeitige Ausscheidung aus dem Arbeitsleben dar. Wirft man allerdings einen genaueren Blick auf die Zahlen, fällt auf, dass Frauen deutlich häufiger von dieser Diagnose betroffen sind. Während 9,7 % der Frauen berichten, in den letzten 12 Monaten eine Depressionsdiagnose erhalten zu haben, waren es bei den Männern nur 6,3 %. Dieser Trend verzeichnet sich nicht nur in Deutschland, sondern ist sowohl über verschiedene Länder als auch über die Zeit stabil.

 

Um dieses Phänomen zu erklären, werden unterschiedliche Ansätze und Theorien herangezogen. Denkbar wäre natürlich auch, dass Frauen biologisch einfach häufiger zu depressiven Symptomatiken neigen als Männer. Diese Annahme steht aber im Widerspruch mit der Tatsache, dass Männer sich dreimal häufiger suizidieren - obwohl die Hauptursache für Suizide in einer depressiven Störung liegt. Demnach gehen Experten und Wissenschaftler eher davon aus, dass bei Männern eine hohe Dunkelziffer zu verzeichnen ist und die Störung oft erst spät oder gar nicht erkannt wird. Auch wenn die wissenschaftlichen Erkenntnisse bislang noch eingeschränkt sind, gibt es erste Hinweise darauf, dass die männliche Depression sich anders äußert, als die weibliche. Während sich depressive Symptome in der Regel durch Niedergeschlagenheit, Interessensverlust und Antriebslosigkeit äußern, nimmt man an, dass Männer vermehrt aggressive Verhaltensweisen an den Tag legen. Auch Suchtproblematiken könnten ein Hinweis auf depressive Symptome sein. Diese Unterschiede könnten möglicherweise auch mit den typischen geschlechtsspezifischen Stereotypen zusammenhängen. Denn das Klischee besagt, dass Männer stets stark sein müssen und Gefühle eher Frauensache sind.

 

Mit dem Wandel der Zeit kann man davon ausgehen, dass auch die festgefahrenen Stereotypen in Zukunft abnehmen werden. Demnach kann man hoffen, dass auch Depressionen bei Männern zukünftig mehr Beachtung und Akzeptanz finden.

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